Google-Unternehmensprofil optimieren: Was Praxen in der lokalen Suche sichtbar macht

Veröffentlicht: 07. Oktober 2026 · Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2026

Kurz gefasst

Ein Google-Unternehmensprofil wird in der lokalen Suche vor allem über drei Dinge sichtbar: eine präzise gewählte Hauptkategorie, vollständig hinterlegte Leistungen mit eigener Beschreibung und regelmäßig neue Bewertungen. Das Alter der letzten Bewertung zählt dabei mehr als die Gesamtzahl, weil Menschen beim Vergleich auf das Datum schauen. Die meiste Wirkung entsteht nicht durch Arbeit am Profil selbst, sondern durch einen Ablauf im Praxisalltag, der das Fragen nach Bewertungen zur Gewohnheit macht.

Von allen Dingen, die ich für Praxen mache, hat die Arbeit am Google-Unternehmensprofil das beste Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Sie kostet kein Werbebudget, sie wirkt dauerhaft, und in den meisten Profilen liegt so viel brach, dass die ersten Verbesserungen in wenigen Stunden erledigt sind.

Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Der Teil, der langfristig den Unterschied macht, lässt sich nicht von außen erledigen. Er passiert in Ihrem Behandlungszimmer.

Die Hauptkategorie entscheidet, wo Sie überhaupt auftauchen

Wenn ich ein Profil zum ersten Mal öffne, schaue ich zuerst auf die Kategorie. Dort steht in sehr vielen Fällen etwas Allgemeines wie „Arzt” oder „Schönheitssalon”.

Die Hauptkategorie ist einer der stärksten Hebel dafür, bei welchen Suchen Sie überhaupt in Frage kommen. Wer unter „Arzt” geführt wird, konkurriert mit allen Ärzten der Stadt und wird bei einer spezifischen Suche nach einer Behandlung seltener gezeigt. Wer die passende Fachkategorie wählt, erscheint bei genau den Suchen, die ihn interessieren.

Dazu kommen Zusatzkategorien. Die sind weniger stark gewichtet, aber sie kosten nichts. Was ich nicht machen würde: zehn Zusatzkategorien anlegen, die nur entfernt passen. Google bewertet Profile auch danach, ob die Angaben zum tatsächlichen Angebot passen.

Praktisch: Schauen Sie sich an, unter welcher Kategorie die Praxen geführt werden, die bei Ihren wichtigsten Suchbegriffen über Ihnen stehen. Das ist öffentlich einsehbar und sagt mehr als jede Vermutung.

Leistungen: das Feld, das fast immer leer ist

Im Profil gibt es einen Bereich für einzelne Leistungen. Dort können Sie jede Behandlung einzeln eintragen und mit einer eigenen Beschreibung versehen.

In den meisten Profilen, die ich öffne, ist dieser Bereich leer oder enthält drei Einträge ohne Text. Dabei ist das die Stelle, an der Sie Google in Ihren eigenen Worten mitteilen, was Sie anbieten. Eine Stunde Arbeit, die praktisch niemand macht.

Die Beschreibungen sollten so klingen wie das, was Sie einem Patienten am Telefon sagen würden, nicht wie ein Auszug aus einem Leistungsverzeichnis. Und sie unterliegen denselben Regeln wie jede andere Werbung: keine Heilversprechen, keine Werbung für verschreibungspflichtige Wirkstoffe.

Fotos: nicht die vom Eröffnungstag

Menschen schauen sich die Fotos an, bevor sie anrufen. Sie wollen wissen, ob der Raum sauber wirkt, ob es nach einem Ort aussieht, an dem man sich behandeln lässt, und wen sie dort antreffen werden.

Was gebraucht wird: eine Außenansicht, damit man das Gebäude wiedererkennt, der Empfang, mindestens ein Behandlungsraum und die Menschen, die dort arbeiten. Echte Aufnahmen aus Ihren Räumen, keine Bilddatenbank. Ein mittelmäßiges echtes Foto wirkt besser als ein perfektes gekauftes.

Neue Fotos in regelmäßigen Abständen sind ein Signal dafür, dass das Profil lebt. Das kostet fünf Minuten im Monat und wird fast nie gemacht.

Fragen und Antworten: der unterschätzte Bereich

Im Profil können Nutzer Fragen stellen, und jeder kann sie beantworten, auch Sie selbst. Sie dürfen dort auch eigene Fragen einstellen und beantworten.

Das ist die Stelle für genau die Fragen, die Ihr Empfang jeden Tag am Telefon beantwortet. Gibt es Parkplätze. Ist die Praxis barrierefrei. Wie lange dauert ein Erstgespräch. Werden Behandlungen in Raten bezahlt. Jede dieser Antworten spart Ihrem Team Zeit und beantwortet die Frage gleichzeitig für alle, die mitlesen.

Wer diesen Bereich leer lässt, überlässt ihn Dritten. Es ist unangenehm, wenn die einzige Antwort auf eine Frage nach den Kosten von einem Fremden stammt, der vor zwei Jahren einmal da war.

Bewertungen: das Datum zählt mehr als die Zahl

Hier liegt der eigentliche Hebel, und hier wird am meisten falsch gedacht.

Fast jede Praxis, mit der ich spreche, denkt in Gesamtzahlen. „Wir haben 34 Bewertungen, die Praxis nebenan hat 60.” Was im Vergleich tatsächlich passiert, ist etwas anderes: Jemand öffnet drei Profile nebeneinander und schaut, wie aktuell die obersten Bewertungen sind. Zwanzig Bewertungen, von denen die neueste zwei Jahre alt ist, wirken schwächer als zwölf, von denen drei aus dem letzten Monat stammen.

Der Grund dafür ist nachvollziehbar: Eine alte Bewertung sagt etwas über eine Praxis aus, die es so vielleicht nicht mehr gibt. Das Team hat gewechselt, die Räume wurden umgebaut, die Behandlerin ist eine andere.

Daraus folgt, dass Bewertungsaufbau keine einmalige Aktion ist, sondern eine Daueraufgabe. Und sie lässt sich nicht einkaufen.

Warum niemand nach Bewertungen fragt

Der häufigste Grund für wenige Bewertungen ist nicht Unzufriedenheit. Es ist die fehlende Frage.

Menschen, die zufrieden aus Ihrer Praxis gehen, denken in den nächsten Stunden an den Parkschein, an den Rückweg und an den nächsten Termin im Kalender. Nicht an Google. Zwei Wochen später erinnern sie sich positiv, aber die Gelegenheit ist vorbei.

Deshalb besteht der wirksame Teil der Arbeit aus drei Festlegungen: Wer fragt, an welcher Stelle im Behandlungsverlauf, und mit welchen Worten. Der Zeitpunkt ist selten direkt nach der Behandlung und oft beim Kontrolltermin, wenn das Ergebnis sichtbar ist und die Person von sich aus etwas Positives sagt.

Dazu etwas Konkretes in der Hand: ein kurzer Link oder ein QR-Code auf einer kleinen Karte. Wer das Handy zücken und scannen kann, schreibt die Bewertung oft sofort. Wer zu Hause erst suchen muss, schreibt sie nie.

Was dabei nicht geht: eine Gegenleistung. Rabatte, Gutscheine oder Verlosungen für Bewertungen verstoßen gegen die Richtlinien von Google und können wettbewerbsrechtlich angreifbar sein. Im ärztlichen Bereich kommen berufsrechtliche Fragen dazu. Davon abgesehen fällt es auf, weil belohnte Bewertungen sich im Ton ähneln.

Antworten sind wichtiger als Bewertungen

Jede künftige Patientin liest Ihre Antworten mit. Bei guten Bewertungen reichen zwei Sätze. Bei Kritik entscheidet sich, ob das Profil Vertrauen aufbaut oder zerstört.

Die Regeln dafür sind kurz. Sachlich bleiben. Sich nicht rechtfertigen. Vor allem: keine Behandlungsdetails nennen. Schon die Bestätigung, dass jemand bei Ihnen Patientin war, kann im Hinblick auf die Schweigepflicht problematisch sein. Bieten Sie stattdessen ein direktes Gespräch an und beenden Sie den öffentlichen Teil dort.

Eine ruhige Antwort auf eine ungerechte Bewertung überzeugt Mitlesende oft mehr als zehn fünfsternige Einträge.

Einheitliche Angaben überall

Der unspektakulärste Punkt und einer der wenigen mit verlässlicher Wirkung: Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall identisch geschrieben sein. Auf der Website, im Profil, in Verzeichnissen, in Branchenportalen.

„Lindenhofstr. 31” und „Lindenhofstraße 31” sind für einen Menschen dasselbe. Für Systeme, die solche Angaben zusammenführen, erzeugen sie Unsicherheit darüber, ob es sich um denselben Betrieb handelt. Dasselbe gilt für alte Telefonnummern, die irgendwo noch stehen.

Das betrifft inzwischen nicht mehr nur Suchmaschinen. Auch Systeme wie ChatGPT greifen auf öffentlich verfügbare Angaben zurück und werden unsicher, wenn sie widersprüchliche Daten finden.

Womit ich anfangen würde

In dieser Reihenfolge, weil der Aufwand steigt und die Wirkung bleibt:

Erstens, Kategorie prüfen und korrigieren. Das dauert zehn Minuten und kann die Sichtbarkeit spürbar verschieben. Zweitens, alle Leistungen mit eigener Beschreibung eintragen. Eine Stunde. Drittens, aktuelle Fotos hochladen. Viertens, die fünf häufigsten Telefonfragen als Frage und Antwort einstellen.

Und dann der Teil, der länger dauert und am meisten bringt: mit Ihrem Team festlegen, wer wann wie nach einer Bewertung fragt. Das ist kein Marketing, das ist ein Ablauf. Deshalb funktioniert es auch dann noch, wenn Sie irgendwann nicht mehr mit mir arbeiten.

Yannick de GrootEinzelunternehmer

Autor

Yannick de Groot

Selbständiger Marketingberater aus Darmstadt. Betreut Ästhetikpraxen, Zahnarztpraxen mit ästhetischem Schwerpunkt, Laserstudios und Kosmetikinstitute in Deutschland bei der Patientengewinnung. Davor sechs Jahre Datenanalyse in einem DAX-Konzern, drei Jahre Bankberatung, ein Jahr Social-Media-Management.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Wie oft sollte ich Beiträge im Profil veröffentlichen?
Lieber einmal im Monat verlässlich als vier Wochen täglich und danach ein Jahr nichts. Beiträge sind ein Signal dafür, dass das Profil gepflegt wird. Einen direkten Rangfaktor würde ich daraus nicht machen, aber ein Profil, in dem seit zwei Jahren nichts passiert ist, wirkt auf Menschen so, wie es aussieht.
Soll ich auf jede Bewertung antworten?
Ja, auch auf die guten, und sei es mit zwei Sätzen. Jeder künftige Patient liest mit, und die Antworten sagen mehr über Sie aus als die Bewertungen selbst. Bei Kritik gilt: sachlich, ohne Rechtfertigung, ohne Behandlungsdetails und mit dem Angebot, direkt zu sprechen.
Darf ich Kundinnen um eine Bewertung bitten?
Bitten ja, belohnen nein. Eine Gegenleistung, auch ein kleiner Rabatt, verstößt gegen die Richtlinien von Google und kann wettbewerbsrechtlich angreifbar sein. Im ärztlichen Bereich kommen zusätzlich berufsrechtliche Fragen dazu.
Was mache ich mit einer offensichtlich unberechtigten Bewertung?
Erst sachlich antworten, dann über Google melden. Die Löschquote ist überschaubar, deshalb ist die Antwort fast immer die wichtigere Maßnahme. Wer ruhig und ohne Rechtfertigung reagiert, gewinnt bei Mitlesenden oft mehr, als die Löschung gebracht hätte.
Brauche ich für zwei Standorte zwei Profile?
Ja, mit eigener Adresse und eigener Telefonnummer. Zusammengelegte Profile schaden der Sichtbarkeit an beiden Orten, weil Google den Ortsbezug nicht mehr sauber zuordnen kann.
Hilft ein gutes Profil auch bei ChatGPT und ähnlichen Systemen?
Indirekt. Diese Systeme greifen auf öffentlich verfügbare Angaben zurück. Wenn Name, Adresse und Leistungen überall gleich geschrieben sind, sind Sie als Eintrag eindeutiger. Widersprüchliche Angaben an verschiedenen Stellen sind einer der häufigsten Gründe, warum eine Praxis in solchen Antworten gar nicht auftaucht.

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